Der falsche Biss: Ursachen

CMD und falscher Biss

Die meisten Menschen besitzen keine ideale Verzahnung von Ober- und Unterkiefer, Störungen der Okklusion (Biss) sind aber nur in seltenen Fällen angeboren. Meist resultiert der Fehlbiss aus Entwicklungsstörungen, Unfällen, Zahnausfall oder fehlerhaften Füllungen und Zahnersatz. Häufig findet sich auch eine Haltungsstörung, wie etwa ein Beckenschiefstand, der bis auf die Kiefermuskulatur wirkt. Der Körper kann kleinere Asymmetrien und Störungen aber gut eine Zeit lang kompensieren, so dass ein verändertet Biss bald wieder als normal  wahrgenommen wird. Zum Beispiel wird ein Patient eine erhöhte Füllung zunächst nicht als störend empfinden sich schnell daran gewöhnen. Die Veränderung muss aber durch die angrenzenden Strukturen kompensiert werden, was zu Spannungen und Fehlhaltungen führen Kann.

Der Körper versucht auch so weiterhin funktionsfähig zu bleiben. Solche Kompensationsprozesse können sich über lange Zeiträume erstrecken, in denen Fehlspannungen nicht wahrgenommen werden und sich keine Beschwerden zeigen. Sehr häufig sind es dann Stresssituationen, in denen die Betroffenen schließlich mit bisher unbekannten Symptomen konfrontiert werden, wie etwa starken Kopfschmerzen, Schulter- und Rückenbeschwerden, Tinnitus oder auch Gleichgewichtsproblemen.

Obwohl die funktionellen Zusammenhänge zwischen  der Kaumuskulatur und –Kiefergelenken und dem restlichen Körper in der Medizin lange bekannt sind, werden die Symptome oftmals nicht mit einer CMD in Verbindung gebracht. Wenn die Ursache nicht erkannt wird, bleibt vorerst nur die Behandlung der Symptome. Der Patient selbst sucht dann typischerweise erst beim Neurologen Hilfe für seine „Migräne“ oder konsultiert einen Orthopäden wegen seiner Rückenschmerzen. Viele Patienten leiden jahrelang unter Schmerzen bis eine CMD diagnostiziert und entsprechend behandelt wird. Manchmal ist es der Osteopath oder eine CMD –Zahnarzt, an den sich chronische Schmerzpatienten oft wenden, welcher bei seiner Erstuntersuchung diesen Zusammenhang erst aufdecken kann.

Zur Behandlung eines Fehlbisses reicht oft die osteopathische Therapie jedoch allein nicht aus. In der zahnärztlichen Behandlung kommen häufig Schienen zum Einsatz, deren Wirkung die Osteopathie unterstützen kann. Teilweise sind auch dann noch Zahnsanierungen notwendig, um den Biss zu korrigieren und auch die angrenzenden und mit in Einfluss gesetzten  Strukturen wieder in ein neurologisches Gleichgewicht zu setzen.

Diese Beschwerden werden unter dem Überbegriff Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammengefasst. Eine Störung der Okklusion führt nicht zwangsläufig zu einer CMD. Besteht eine CMD, ist sie aber sehr oft auf eine Bissstörung  zurückzuführen, wie neue Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) belegen. Dabei geht es nicht nur um den statischen Biss, sondern auch um die dynamische Okklusion, d. h. die Kaubewegungen der Kiefer, die über Bänder und Muskeln( möglicherweise schmerzhaften) Zugwirkungen auf die Schläfen oder den Nacken ausüben. Die Korrektur des Fehlbisses behebt häufig auch die Beschwerden.

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